Triathlon: Training & Tipps

Triathlon: die Bedeutung des Schmerzempfindens

Die individuelle Schmerzschwelle als Leistungsgrenze?

Der Triathlon lebt in der Öffentlichkeit nach wie vor ganz erheblich von den heroischen Taten der Langdistanz-Athleten und deren Ausdauerkampf in den Lavafeldern Hawaiis. Das wird sich nicht ändern und ist auch gut so. Denn so entsteht auf der einen Seite ein Mythos, auf der anderen Seite auch eine Faszination, die Menschen anzieht, sich mit diesem Sport in der Praxis oder der Theorie auseinanderzusetzen. Beides kommt dem Sport zugute.

Doch die Faszination lebt auch von den Begleiterscheinungen, die diesem Ereignis beigemessen werden. Und dazu gehört neben der enormen Ausdauer, der Trainingsdisziplin und dem Entsagen sicherlich auch zum großen Teil der Schmerz. Was kann man, was muss man ertragen, um diese Leistung zu vollbringen? Dies ist eine interessante Fragestellung, weil sie womöglich auch zugleich einen Hinweis darauf gibt, wer/warum zu den erfolgreichen Sportlern gehört – ganz gleich auf welcher Leistungs- und in welcher Altersklasse.

Link für mehr Informationen: https://www.t3-training.de/trainingscamps/

Denn Schmerz gehört nun einmal zu leistungsorientiertem Training dazu. Wohlgemerkt ist hier der Belastungsschmerz, nicht der ungesunde orthopädische Schmerz gemeint. So kann ich aus meiner Erfahrung z.B. berichten, dass Sportler, die bereits in jungen Jahren leistungssportlich trainiert haben, auch in höherem Alter bereit und fähig sind, höhere Intensitäten zu verkraften als Sportler, die erst später in das Training eingestiegen sind.

Schmerz ertragen zu können, ist deshalb ein Vorteil, wenn es um die Erzielung individueller Höchstleistungen geht. Dies habe ich in einem Artikel bei DOC SWIM in einer Studie dargestellt. Klick dich hier in den Artikel „Höhere Schmerzschwelle = höhere Leistung?“.

Schmerztoleranz zu entwickeln ist deshalb ein Prozess sportlichen Trainings, dem man sich bewusst werden sollte. Schließlich ist hier ein wesentlicher Baustein der persönlichen Entwicklung verborgen und verknüpft die physiologische mit der psychischen Leistungsfähigkeit.

„Wie viel Schmerz muss ich ertragen können“ (<KLICK) ist ein weiterer Artikel, der zugleich einen passenden Trainingsplan enthält. Und hier gleich noch ein kurzes Video zum Thema. Einfach auf das Motiv klicken und schon startet der Clip. Viel Spaß – und unten blicken wir in eine Studie.

Titel der Studie

Pain intensity and pain unpleasantness in triathletes: A study examining their associations with pain catastrophizing and pain expectations

Autoren: Gagnon-Dolbec, A., Fortier, M. & Cormier, S. (2021), erschienen: Psychology of Sport and Exercise , 55 (July), 101928.

Inhalt der Studie

Triathleten stellen eine wachsende und einzigartige Population von Individuen dar, die bereit sind, erheblichen mentalen und physischen Stress auszuhalten, um ihren Lieblingssport auszuüben. Über die Schmerzen beim Training und Wettkampf bei einem Triathlon und darüber, wie psychologische Faktoren dieses Erlebnis beeinflussen, ist jedoch wenig bekannt.

Diese Studie wird die Schmerzempfindung von Triathleten im Training und Wettkampf bewerten und den Zusammenhang zwischen der Schmerz“katastrophisierung“ und den Schmerzerwartungen mit der Triathlon-Schmerzintensität und -Unannehmlichkeit untersuchen.

Design:

In dieser Beobachtungsstudie hat eine Stichprobe von 261 Triathleten vor und nach der Teilnahme an einem Triathlon zwei Online-Umfragen ausgefüllt.

Ergebnisse:

Während des Trainings und des Wettkampfs wurde über mäßige Schmerzintensität und unangenehme Schmerzen berichtet. Eine Schmerzkatastrophisierung war positiv mit erwarteten und tatsächlichen Triathlon-Schmerzbeschwerden verbunden, jedoch nicht mit der Schmerzintensität.

Die erwartete Schmerzintensität war auch signifikant mit der Schmerzintensität während des Wettkampfs verbunden, während die erwartete Schmerzunlust signifikant sowohl mit der Triathlon-Schmerzintensität als auch mit der Unannehmlichkeit zusammenhing. Schließlich zeigte die Regressionsanalyse, dass die Schmerzkatastrophisierung und die Schmerzerwartungen einzigartige Prädiktoren für die Schmerzintensität und das Schmerzunwohlsein im Triathlon sind.

Schlussfolgerung:

Diese Studie hebt die wichtige Rolle psychologischer Faktoren für das Schmerzempfinden von Triathleten hervor und könnte letztendlich dazu beitragen, Interventionen zuzuschneiden, die darauf abzielen, die sportliche Leistung in Training wie Wettkampf zu verbessern.