Triathlon: Training & Tipps

Studie: Laufschuhe mit wenig Dämpfung besser?

Carbon, Dämpfung oder doch minimalistisch?

Ja, was denn nun? Der Laufschuhmarkt hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt. Allein die Innovation durch die eingefügte Carbonsohle hat sich deutlich positiv hinsichtlich der Leistungsentwicklung im Spitzenbereich erwiesen. Die Rekorde sind in den vergangenen Jahren nur so gepurzelt und tun es immer noch. Doch wie immer hat die Medaille auch hier wieder zwei Seiten.

So hast du für dich vielleicht auch beim dauerhaften Trainingseinsatz der Carbon-Schuhe wahrgenommen, wie sich die Lauftechnik verändern kann. Insbesondere die starke Dämpfung und der zum Teil sehr hohe Aufbau können dazu führen, sich zu sehr in das „weiche Bett“ hineinfallen zu lassen und somit in die Gefahr gerät, sukzessiv eine aktive Lauftechnik zu verlieren.

Vorsicht ist also geboten beim Einsatz der Hightech-Schlappen. Wie immer gilt: die Dosis macht das Gift. So ist es empfehlenswert die Carbon-Schuhe auch im Training lediglich als Tempo- oder Rennsimulations-Equipment einzusetzen. Der Trend – der eigentlich schon immer die Empfehlung war – geht also eindeutig zu 2-3 technisch unterschiedlichen Laufschuhen, die regelmäßig im Einsatz sind.

Ich habe eine Studie gefunden, die sich mit dem Thema beschäftigt und den Sinn eines Einsatzes von „Minimalistischen Schuhen“ (hinsichtlich Dämpfung und Verzicht auf Carbonsohlen) untersucht. Los geht´s!

Titel der Studie

Influence of minimalist footwear in middle and long distance runners‘ physical fitness, biomechanics, and injury incidence: a systematic review (Einfluss von minimalistischem Schuhwerk auf die körperliche Fitness, Biomechanik und Verletzungshäufigkeit von Mittel- und Langstreckenläufern: eine systematische Übersicht)

Autoren: Linares-Martín, J. & Rico-González, M. (2023).

Erschienen in: Strength and Conditioning Journal, 45 (3), 309-324.

Inhalt der Studie

Das Interesse an der Untersuchung minimalistischer Schuhe (MF) ist in den letzten Jahren exponentiell gewachsen.

In diesem Artikel werden systematisch die Vorteile von MF für die körperliche Fitness, biomechanische Faktoren und Verletzungshäufigkeit bei Mittel- und Langstreckenläufern untersucht.

Methode

Eine systematische Überprüfung von PubMed und FECYT (Web of Sciences, CCC, DIIDW, KJD, MEDLINE, RSCI und SCIELO) wurde gemäß den Richtlinien „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses“ vor dem 26. April 2022 durchgeführt.

Ergebnisse

Aus der 583 Von den ursprünglich gefundenen Studien wurden 23 in die qualitative Synthese einbezogen. Der Einsatz von MF führt zu Verbesserungen der Laufökonomie und der Schrittfrequenz bei Mittel- und Langstreckenläufen und reduziert die Schwankungen des Schwerpunkts und der Unterstützungszeit eines Läufers.

Fazit der Autoren

Aus biomechanischer Sicht verbessert MF die Unterstützung des Vorfußes und erhöht die Kniestabilität, was zu einer größeren Fuß- und Knöchelbeweglichkeit führt. Darüber hinaus reduziert MF die Stoßbelastung am Kniegelenk.