Studie: Bewegungsökonomie im Triathlon

Untersuchung der Lauf- und Radsport-Ökonomie

Der Triathlonsport ist allein schon durch die Länge der Belastungszeit – je nach Distanz zwischen 1 bis 10 und mehr Stunden – von der Optimierung der Bewegungsökonomie geprägt. Je wirtschaftlicher das Schwimmen, Radfahren und Laufen durchgeführt wird, umso höher ist die Gesamtleistung für den gegebenen energetischen Aufwand.

Anders gesprochen: verbessert ein Sportler allein seine Bewegungsökonomie, ohne seine Leistungsparameter zu verändern, wird er eine bessere Leistung erzeugen können. Deshalb ist das Ziel sportlichen Trainings im Triathlon immer auch die verbunden mit der Optimierung von Technik und Koordination, als wesentliche Faktoren eines ökonomischen Transfers von Energie in Leistung.

Gesamtbelastung entscheidend

Eine weitere, wichtige Komponente kommt allerdings im Triathlonsport hinzu. Denn anders als bei den Spezialisten in den Einzeldisziplinen, gilt es für den Triathlonsportler insbesondere auch die spezifischen Anforderungen an die jeweilige Ökonomisierung der Disziplin im Kontext der Gesamtbelastung im Auge zu behalten.

So ist das Schwimmen in der Gesamtbelastung allein in taktischer Hinsicht als der Wettkampf bei den Schwimmspezialisten. Ebenso verhält es sich beim Radfahren und noch deutlich größere Unterschiede weist das Laufen auf, welches allein wegen der enormen Vorbelastung eine ganz andere Fragestellung entstehen lässt. Nämlich die, wie man trotz fortgeschrittener Ermüdung möglichst effizient laufen kann. Hierzu bedarf es auch im Training ganz anderer Überlegungen als bei den Laufspezialisten, die frisch in ihre Rennen starten.

Wie man sieht, der Triathlonsport ist nicht nur die Aneinanderreihung von drei Disziplinen, sondern ein eigener Sport.

Da die Frage nach der Bewegungsökonomie immer interessant ist und jede Untersuchung einen kleinen Mosaikstein für das Wissen um diesen wichtigen Baustein im Triathlon-Training darstellen kann, habe ich eine Studie zu diesem Thema zusammengefasst.

Titel der Studie

Comparison of running and cycling economy in runners, cyclists, and triathletes

Autoren: Swinnen, W., Kipp, S., Kram, R. – erschienen in: European Journal of Applied Physiology, 2018

Zweck:

Die Trainingsökonomie ist einer der wichtigsten physiologischen Faktoren, die die Leistung im Ausdauersport bestimmen. Die Laufökonomie (RE) kann durch laufspezifisches Training verbessert werden, während die Verbesserung der Radökonomie (CE) durch radsportspezifisches Training umstritten ist.

Wir untersuchten, ob die Trainingsökonomie sportartspezifische Fähigkeiten/Anpassungen widerspiegelt oder von gesamtphysiologischen Faktoren bestimmt wird.

Methoden:

Wir verglichen RE und CE bei 10 Läufern, 9 Radfahrern und 9 Triathleten für das Laufen mit 12 km/h und das Radfahren mit 200 W. Der Brutto-Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxid-Produktion wurden erfasst und verwendet, um den Bruttoumsatz in Watt zu berechnen sowohl für das Laufen als auch für das Radfahren.

Ergebnisse:

Läufer hatten eine bessere RE als Radfahrer (917 ± 107 W vs. 1111 ± 159 W) (p < 0,01). Triathleten hatten mittlere RE-Werte (1004 ± 98 W), die sich nicht von Läufern oder Radfahrern unterschieden.

CE unterschied sich nicht (p = 0,20) zwischen den drei Gruppen (Läufer: 945 ± 60 W; Radfahrer: 982 ± 44 W; Triathleten: 979 ± 54 W).

Schlussfolgerung:

RE kann durch laufspezifisches Training verbessert werden, CE ist jedoch unabhängig von radsportspezifischem Training.