Vergleich Laktatwerte beim Radfahren und Laufen

Welche Unterschiede sind erkennbar? Und was bedeutet das für die Leistungsdiagnostik?

Die Leistungsdiagnostik im Triathlonsport ist umfangreich. Schließlich gibt es gleich drei Sportarten, die möglichst spezifisch untersucht werden sollten, um genaue Intensitätsvorgaben für das Training ableiten zu können. Zwar gibt es Möglichkeiten, die ermittelten Werte z.B. einer Laufband-Diagnostik grob auf das Radfahren zu transferieren. Wirklich genau wird es aber nur dann, wenn der Sportler auf dem Rad untersucht wird.

Welche Unterschiede sich dabei ergeben, hängt von vielen Faktoren ab. Ich habe eine Studie gefunden, die ich an dieser Stelle zusammenfasse, um weitere Informationen für meine Leser bereitzustellen. Denn: man lernt nie aus.

Also lautet die Frage: wie unterscheiden sich Laktatwerte beim Radfahren und Laufen voneinander?

Titel der Studie

Maximal lactate accumulation rate in all-out exercise differs between cycling and running

Autoren: Quittmann, O. J., Schwarz, Y. M., Mester, J., Foitschik, T., Abel, T. & Strüder, H. K. (2021)

Erschienen: International Journal of Sports Medicine, 42 (2), 314-322.

Inhalt der Studie

Diese Studie zielt darauf ab, die maximale Laktatakkumulationsrate (V LaMax) und die Leistungsabgabe (PMax) zwischen Radfahren und Laufen im Hinblick auf Zuverlässigkeit, Unterschiede zwischen und Korrelationen zwischen Modalitäten zu vergleichen.

Methode

Achtzehn Wettkampf-Triathleten führten einen 15-s-All-out-Trainingstest im Radsport und einen 100-m-Sprinttest im Laufen durch.

Jeder Test wurde zweimal durchgeführt – im Abstand von einer Woche. Die Belastungstests beim Radfahren wurden mit einem Ergometer durchgeführt, während die Sprinttests beim Laufen auf einer Indoor-Strecke durchgeführt wurden.

Ergebnisse

V LaMax (ICC = 0,894, ICC = 0,868) und PMax (ICC = 0,907, ICC = 0,965) erreichten sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen eine “gute” bis “ausgezeichnete” Zuverlässigkeit.

V LaMax war im Laufen höher (d = 0,709, p = 0,016), während PMax im Laufen niedriger war (d = -0,862, p <0,001). Für V LaMax lagen die Übereinstimmungsgrenzen zwischen den Modalitäten im Bereich von -0,224 bis +0,437 mmol·l-1 · s-1.

Pmax korrelierte zwischen den Modalitäten (r = 0,811, p <0,001), während in V LaMax keine Korrelation gefunden wurde (r = 0,418, p = 0,084). V LaMax ist in beiden Modalitäten sehr zuverlässig und beim Laufen höher als beim Radfahren.

Fazit der Autoren

Der V LaMax-Wert korreliert nicht zwischen Radfahren und Laufen. Er sollte deshalb sportspezifisch bestimmt werden.