Studie: Hoch-Intensives Training im Triathlon

Welche Anpassungen sind zu erwarten?

Trainingsphilosophien kommen und gehen. Oder bleiben sie und erscheinen nur in neuen Gewändern? Diesen Eindruck hat man mitunter, wenn Sportler oder ganze Nationen eine Trainingsmethodik als Grund für ihren Erfolg benennen. Blickt man dann hinter die Kulissen, erkennt man ganz häufig Strukturen, die gar nicht so neu sind. So kann die Vermutung lauten, dass man gar nicht alles ändern muss, sondern vielleicht nur an kleinen Schrauben drehen muss, um vorhandene Dinge zu verbessern.

Sei es das Polarized Training oder auch das HIIT-Training (Hoch-Intensives-Intervall-Training). Allesamt erfolgreich, könnte man meinen. Denn: von den erfolglosen Versuchen hört man natürlich nicht. Wir erleben deshalb eine sehr selektive Wahrnehmung und sind deshalb aufgefordert, Wissen theoretischer und praktischer Natur zu sammeln. Nur so kann erwartet werden, dass Trainingsformen individuell erarbeitet werden. Eine pauschale Empfehlung “wir machen es wie die Norweger, denn die sind damit erfolgreich” ist selten ein erfolgreicher Ansatz, wenngleich er als Grundlage individueller Versuche durchaus seine Berechtigung hat. So ist auch das Ergebnis dieser Studie nicht einheitlich und bestätigt die hohe Individualität im Bereich der Anpassungen und Reaktionen auf gezielte Trainingsreize.

Deshalb blicken wir in eine norwegische Studie, die ich hier zusammenfasse.

Weiterführender Artikel: Hoch-Intensives-Intervall-Training (HIIT) > KLICK

Weiterführender Artikel: Polarized Training > KLICK

Titel der Studie

Large inter-individual differences in responses to a block of high intensity aerobic interval training: a case series in national-level cyclists and triathletes

Autoren und Quelle

Bratland-Sanda, S., Pedersen, F. P., Haave, M. N., Helgerud, J. & Støren, Ø. – Erschienen in: International Journal of Exercise Science, 13 (2), 480-487, 2020.

Inhalt der Studie

Ziel war es, die individuellen Reaktionen der VO2max- und Gesamtleistung auf einen Block hochintensiven aeroben Intervalltrainings (HIIT) bei Ausdauersportlern auf nationaler Ebene zu untersuchen.

Methodik

Radfahrer und Triathleten auf nationaler Ebene (fünf Männer und zwei Frauen, 31 ± 3,3 Jahre, VO2max 65,1 ± 3,3 ml · kg-1 · min-1) führten 14 HIIT-Einheiten durch (4×4 min bergauf mit 90-95% Herzfrequenz Max-Rate) in neun Tagen während der Vorsaison. Getestet wurden

beim Laufen und Radfahren von VO2max, die Laktatschwelle (LT)

beim Radfahren, die Sauerstoffkosten beim Radfahren (CC) und

ein Zeitfahren beim Radfahren (TT) wurden zwei Tage vor und sieben Tage nach der Intervention getestet.

Der Untersuchungszeitraum wurde durch die Dokumentation der Anwesenheitsraten, der Einhaltung (definiert als Abschluss aller Einheiten) und der gemeldeten verpassten Einheiten erfasst.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigten, dass es eine 100% Anwesenheitsrate festzustellen war. Es gab keine Trainingsausfälle.

TT (-75,6 ± 50,8 Sekunden, p <0,0001), aber kein VO2-Max-Cycling (-0,2 ± 4,6 ml × kg-1 × min-1, p = 0,53) oder Laufen (0,2 ± 1,2 ml × kg-1 × min-1, p = 0,85) wurde auf Gruppenebene verbessert. Die einzelnen Anpassungen und Veränderungen der Leistungen variierten von -8,2% bis + 14,5% Veränderung von VO2max und -7,5% bis + 0,8% bei TT.

Schlussfolgerungen der Autoren

Die großen interindividuellen Unterschiede in den Antworten erfordern maßgeschneiderte HIIT-Blöcke. Die Erfassung von Biomarkern zur Vermeidung von Übertraining und die Untersuchung der Auswirkungen solcher Blöcke mit einer längeren Nachbeobachtungszeit von mehr als sieben Tagen sind notwendig, um die individuell optimalen Zeiträume zu ermitteln.

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