Triathlon: Anspannung und Entspannung, Teil 2

40.000 Zyklen bei einer Langdistanz

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Schnelligkeit pflegen

Erschwerend kommt hinzu, dass mit steigendem Alter die Schnelligkeitsfähigkeiten am frühesten und ausgeprägtesten verloren gehen. Damit einhergehend nimmt auch die Elastizität der Muskulatur und die Bewegungsamplitude ab. Weitere Argumente also für ein Training kurzzeitiger Krafteinsätze.

In der äußeren Betrachtung eines Sportlers sind diese Phänome des Nerv-Muskel-Zusammenspiels kaum erkennbar. Denn: Wenn in diesem Zusammenhang von der Ansteuerungsfrequenz der Muskulatur gesprochen wird, darf dies nicht verwechselt werden mit der allgemeinen Bewegungsgeschwindigkeit.

Armstrong vs Ullrich

Zur Verdeutlichung werfen wir einen Blick auf ein Szenario aus der jüngsten Sporthistorie. Erinnern Sie sich an das Duell von Lance Armstrong und Jan Ullrich und die ständige Diskussion über die richtige Trittfrequenz? Während Armstrong im hochfrequenten Spinningstil fuhr, begnügte sich Ullrich mit einer deutlich niedrigeren, kraftbetonten Trittfrequenz.

Das bei dem Texaner und dem Deutschen zweifellos vorhandene optimale Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung zeigt sich demzufolge nicht zwangsläufig in einer identischen Bewegungsgeschwindigkeit. Es handelt es sich folgerichtig um Abläufe in der feinmotorischen – und individuellen ! – Abstimmung der Muskulatur.

Zusammenfassend führt eine verbesserte inter- und intramuskuläre Koordination demzufolge zu einem ökonomischen Zusammenspiel der an der Bewegung beteiligten Muskeln. Welchen Leistungsfortschritt können Sie nun erwarten, wenn Sie die dazu passenden Trainingsmethoden in Ihr Training integrieren?

Entspannen will gelernt sein

Neben der gestiegenen Agilität ist die verbesserte Entspannungsfähigkeit der beteiligten Muskeln für den Ausdauersport mit Sicherheit der entscheidende Faktor für eine Leistungsverbesserung. Aber auch die damit verbundene schnellere Aktivierung im nachfolgenden Bewegungszyklus wird Ihre Leistungsfähigkeit erhöhen.

Bei einer elfstündigen Langdistanz summiert sich Ihr Aufwand nämlich schnell auf über 40.000 Bewegungszyklen! Wenn es Ihnen gelingt, bei jeder Bewegung ein wenig effizienter zu agieren, werden Sie schnell eine enorme Leistungsverbesserung erzielen. Und eine weitere gute Nachricht am Ende: Sie müssen für diese Trainingsform gar nicht viel Zeit aufwenden!

Wir setzen die Serie um das Thema “Koordinative Aspekte im Triathlon” demnächst fort. Dann geht es noch stärker in die Praxis!