Vorsicht bei der Auswahl der Beispiel-Videos! (Teil 1)

Auf meine dreiteilige Video-Reihe zum Thema „Gleitwahn“ (Klick für Teil 1) habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten. Vor allem deshalb, weil für viele Seiteneinsteiger deutlich geworden ist, dass ein guter Schwimmer bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten tatsächlich die abstrusesten Technikmodelle vorführen kann und bei stark reduzierter Zugzahl zudem behaupten kann, es handele sich um eine vorteilhafte Technik. Bitte deshalb genau hinschauen bei solchen Clips.

Einer dieser Sorte ist der unten zu sehende Clip eines englischen Langstreckenschwimmers, der mit einer eigenen Technik aufwartet. Zuerst muss festgestellt werden dass es keine eigene Technik gibt. Genauso wie es sich in diesem Beispiel einfach nur um eine andere Durchführung handelt. Denn: bei einem Tempo von 1.30min/100m ist diese Art der Technik für viele Schwimmer problemlos zu bewältigen. Jedoch gibt die alleinige Aussage zur Anzahl der Züge überhaupt keinen Rückschluss auf die Effektivität dieser Schwimm-Demonstration. Gibt es qualitative Beweise (Zeit, Herzfrequenz, Kraftaufwand, längere Strecke, schnelles Schwimmen u.ä.)? Nein, nicht einen einzigen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist diese Demonstration deshalb vollkommen wertlos.

Schaut man genau hin, erkennt das geschulte Auge vor allem auch, dass der Krafteinsatz in der Druckphase deutlich größer ist bei einer geringeren Zugzahl. Da wir – ähnlich wie beim Radfahren am Berg – aber bei niedriger „Umdrehungszahl“ deutlich mehr Kraft für dieselbe Wegstrecke einsetzen müssen (das ist absolut logisch) als bei höherer Drehzahl, ist eine vorschnelle Ermüdung bei der scheinbar mühelosen Technik zu erwarten.

Fazit: Schau nicht nur AUF das Video DRAUF, sondern IN das Video HINEIN und du erkennst die Mogelpackungen, die viel versprechen aber wenig halten.

Deshalb: BITTE NICHT NACHMACHEN!

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