Ironman vs Challenge

Ich glaube, die Triathlongemeinde hat es nun endlich verstanden – und ich auch: die Challenge-Leute sind die mit Herz und die Ironman-Leute die mit dem Zaster. Damit wären die Sympathien dann auch gleich mal verteilt.

Ich weiß nicht, ob es an meiner selektiven Wahrnehmung liegt, aber in den letzten Wochen war es mir das Quentchen zuviel an Agitation seitens der Herzensleute. Erst ein unglückliches Interview („die Frankfurt-Starter machen das ja nur, weil sie die Hawaii-Quali nur dort bekommen“, „99% der Triathleten sind auf unserer Seite“) dann das ständige gebetsmühlenartige Herunterspulen von Imageaussagen („der Geburtsort des Triathlons in Deutschland“) und die Vereinnahmung von Athleten („der beste Triathlon der Welt“), und teilweise auch der Presse bzw. TV, waren an der Oberkante des Erträglichen.

Es geht doch gar nicht darum, sich mit ständigen Sticheleien gegen einen Mitbewerber behaupten zu müssen. Es klappt doch auf beiden Seiten hervorragend. Und selbst wenn es die Veranstaltungsprofis nicht geregelt bekommen, die beiden größten deutschen Triathlon-Langdistanz-Events an verschiedenen Wochenenden auszutragen und trotz dieses Mißstandes beide Events am Ende ausverkauft sind, dann frage ich mich: Was soll das unnötige Gerede! Am Ende versucht ein Athlet in Roth mit der Ankündigung einer Super-Zeit doch noch ein bisschen mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Und scheitert sportlich genau an dieser Aussage? Denn eines war allen klar: die Musik spielte im Profibereich dieses Mal in der Mainmetropole.

Na und? Den Zuschauern und vor allem den zahlenden Altersklassen-Athleten scheint es egal gewesen zu sein. Die hatten hier wie dort ihren Spaß. Und das ist gut so! Denn ob man´s glaubt oder nicht: Man kann nämlich beides gut finden! So geht es mir zumindest.

Mir kommt es fast vor, als ginge es den Herzensleuten neben dem Wohl der Athleten vor allem um das Bestehen gegenüber der „Konkurrenz“. Dabei ist das doch völlig unnötig. Wir haben zwei tolle Events in Deutschland. Das ist es doch, was am Ende zählt! Also machen wir uns mal locker!

9 Gedanken zu „Ironman vs Challenge

  • 18. Juli 2012 um 8:51
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    So true. Jeder soll das Event machen, was ihm zusagt. Zudem machen die wechselseitigen Spitzen die Veranstalter nicht gerade sympathischer. Gerade die Challenge Family droht dadurch das Attribut „Familie“ zu verspielen. Bisher hab ich denn die „Family“ immer als „Good Guy“ der Branche wahrgenommen.

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    • 18. Juli 2012 um 10:01
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      Vielen Dank für den Kommentar und die Beteiligung am Thema. Viele Grüße Holger

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  • 18. Juli 2012 um 13:21
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    Hallo Holger,
    ich kann Dir aus ganzem Herzen zustimmen – ich habe dieses Jahr meine erste LD in Frankfurt bestritten und hatte schon bei der Ankündigung auf fb fast ein „schlechtes Gewissen“…man traute sich das kaum auszusprechen, trotz aller Vorfreude! Zitate wie „who the fuck wants to start in Frankfurt…“ flogen einem um die Ohren! Sicher überragt ein Rennen einer challenge Serie eines einer ironman Serie bei weitem an herzlicher Kommunikation mit seinen Athleten – nichtsdestotrotz standen auch in F tausende Zuschauer bei Regen und Wind an der Strecke und haben uns angefeuert, ganz zu schweigen von der wunderschönen Lauftstrecke am Main entlang….ich fände etwas Entspannung und Toleranz in der Triathleten-Gemeinde bezüglich dieses Themas auch sehr begrüßenswert!

    🙂 Eva

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    • 18. Juli 2012 um 17:07
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      Hallo Eva, bin voll deiner Meinung. Viele Grüße Holger

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  • 18. Juli 2012 um 17:54
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    Hallo Zusammen, ich kann Euch allen nur zustimmen. Leider gibt es auf beiden Seiten ein paar verwirrte Geister, die Ihre Meinung gerne mit dezent radikalen Stammtischparolen äussern müssen.
    Ich finde es einfach nur schade, das sich die Veranstalter nicht einigen können und sich so gegenseitig beschneiden, was die Medien, sicherlich auch Zuschauer und somit Besucher (die Geld ausgeben…) bringen.
    In diesem Sinne – allen ein gutes Training und schöne Wettkämpfe – egal wo und welche 🙂
    Thomas

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  • 18. Juli 2012 um 18:25
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    Mir gefällt es auch nicht, dieser Kleinkrieg. Begonnen bereits bei der ersten Austragung des IM FFm, als dieser exakt am gleichen Tag wie Roth stattfinden sollte. Ich kenne beide Wettkaempfe, Roth war 2003 mein erster Triathlon überhaupt, danach folgte 5 x in Folge Frankfurt, um dann in 2011 mal wieder im Laendle zu sein. So werde ich es auch weiterhin halten, mir sind beide auf jede unterschiedliche Weise lieb und ja, es ist toll, zwei solcher Veranstaltungen in Deutschland zu haben. Dieses Jahr allerdings starte ich mal ausnahmsweise beim IM Cozumel in Mexico 🙂

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  • 20. Juli 2012 um 10:12
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    TRIATHLETEN sind spätpubertierende konsumsüchtige Leutz di enicht alle Tassen im Schrank haben, auf Veranstalterseite (GELDGEIL) und auf der Teilnehmerseite (Selbstinszenierung, konsum/kommerzsüchtig)

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