Studie: Die Laufökonomie im Triathlon

Wie ändert sich die Laufökonomie nach der Vorbelastung durch das Radfahren

Die Laufökonomie wird häufig angeführt, wenn es um die Optimierung der Lauftechnik unter energetischen Gesichtspunkten geht. Also im Prinzip: je geringer der Verbrauch pro Strecke bei gleichem Tempo, umso ökonomischer ist die Lauftechnik. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man bei verbesserter Ökonomie länger auf einem hohen Niveau laufen kann, wenn wir von einem Wettkampf sprechen. Ein durchaus anzustrebender Zustand.

Deshalb ist die Verbesserung dieses Werts auch immer Ziel des Trainings. Denn natürlich wird derjenige ein besserer Läufer, der die Werte seiner Laufökonomie verbessert. Die Frage, die sich nun für einen Triathleten stellt, ist die des Einflusses der Radleistung auf die Laufleistung. Müsste man nicht die Laufökonomie auch spezifisch unter Rennbedingungen bestimmen? D.h. also nach einer intensiven Radleistung? Könnte die isolierte Laufökonomie nicht komplett anders sein als die triathlon-spezifische Laufökonomie?

Wahrscheinlich, denn wenn wir ein Extrembeispiel bemühen, wird auch ein hervorragender Marathonläufer nach einem sehr intensiven – und ungewohnten – 40-Km-Zeitfahren natürlich technisch nicht mehr so gut laufen wie unter für ihn gewohnten Umständen. Laufen nach einer solch enormen Vorbelastung wie nach einem harten Zeitfahren über 40, 90 oder gar 180 Kilometer ist kaum vergleichbar mit dem Laufen, wie man es aus dem Training oder einem “isolierten” Laufwettkampf kennt.

Als Triathlet sollte man demzufolge vor allem in den spezifischen Trainingseinheiten und Wettkampfsimulationen die Gelegenheit nutzen, um aussagekräftige Parameter zu erfassen. Dies gibt wertvolle Hinweise darauf, inwieweit das Triathlon-Zeitfahren die Laufleistung und -technik unter ökonomischen Aspekten tangiert. Bei deutlichen Leistungseinbußen ist eine Forcierung der spezifischen Trainingsinhalte anzuraten (z.B. Koppeltrainings bzw. provozierte Vorermüdung) und ggf. auch nach weiteren Ursachen zu forschen. Dies kann z.B. die spezifische muskuläre Ermüdung oder eine ungenügende Athletik sein. Wer im Training oder Laufwettkampf schnell läuft, kann das nicht automatisch auch in ein Triathlonrennen transferieren.

Hier geht´s zu einem ergänzenden Artikel “Koppeltraining im Triathlon” > KLICK

Diese sorgfältige Betrachtung sollte dazu beitragen, die individuell optimale und beste Laufleistung im Triathlon zu realisieren. Es ist demzufolge nicht allein die Betrachtung der Laufökonomie unter Laborbedingungen, die zu beachten ist. Sie wird schnell zur Makulatur, wenn wesentliche Parameter (z.B. Athletik) nicht genügend ausgebildet sind. In der individuellen biomechanischen Analyse der Laufbewegung könnte deshalb sogar eine Modifikation der Lauftechnik ratsam sein.

Kurz gesagt: schnelles “isoliertes” Laufen erlaubt eine andere Technik als das Laufen in einem Triathlon!

Daher ist es interessant, diese Überlegungen mit in die Betrachtung einzubeziehen und auch im Training zu beachten und adäquat zu gewichten. So gewinnen z.B. Koppelläufe in diesem Zusammenhang einen sehr hohen Stellenwert. Ich habe dazu eine interessante Studie gefunden, die ich hier zusammenfasse.

Titel der Studie

Running economy and effort after cycling: Effect of methodological choices

Laufökonomie und Anstrengung nach dem Radfahren: Auswirkungen methodischer Entscheidungen

Autoren und Quelle

du Plessis, C., Blazevich, A.J., Abbiss, C,, Cochrane Wilkie, J. in Journal of Sports Science, 2020, Jg. 38, Heft 10

Inhalt der Studie

Vorheriges Training kann die Bewegungsökonomie einer nachfolgenden Aufgabe negativ beeinflussen. Die Auswirkungen von Fahrradbelastungen auf die Energiekosten des nachfolgenden Laufens sind jedoch schwer festzustellen, möglicherweise aufgrund der Verwendung verschiedener Methoden zur Berechnung der Ökonomie.

Methode und Ergebnisse

Wir untersuchten den Einfluss eines simulierten Zeitfahrens auf die laufenden physiologischen Kosten (Laufökonomie, Herzfrequenz und Beatmungsraten) und die Wahrnehmungsreaktionen (Bewertungen der wahrgenommenen Anstrengung und Anstrengung), indem wir zwei Lauftests verglichen, die vor und nach dem Radfahren mit unterschiedlichen Berechnungen der Laufökonomie durchgeführt wurden

Vor und nach einem simulierten olympischen Triathlon-Zeitfahren (40km) liefen 17 männliche Triathleten im Renntempo.

Die Laufökonomie wurde berechnet als V.O2 (ml / kg · min), Sauerstoffverbrauch (EO2, ml / kg · min) und aerober Energieverbrauch (Eaer, J / kg · m).

Alle Messungen der Laufökonomie und der Wahrnehmungsreaktionen zeigten signifikante Änderungen, die durch vorheriges Radfahren auferlegt wurden. Trotz einer guten Übereinstimmung mit minimaler Verzerrung zwischen den Berechnungsmethoden wurden Unterschiede (p <0,05) zwischen Eaer und sowohl V.O2 als auch EO2 beobachtet.

Fazit der Autoren

Die Ergebnisse bestätigten, dass das vorherige Radfahren die physiologischen Energiewerte und -aufwendungen und die Wahrnehmungsreaktionen in einem nachfolgenden Laufkampf erhöhte. Es wird empfohlen, Eaer neben den Wahrnehmungsreaktionen als ein valideres Maß für die Laufökonomie zu berechnen, um die Identifizierung individueller Reaktionen in der Laufökonomie nach dem Radfahren zu erleichtern.

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