Pfeiffersches Drüsenfieber

Der Epstein-Barr-Virus

Als Sportler ist es ja relativ normal, dass es auch einmal Phasen von ein bis zwei Wochen gibt, in denen man spürt, nicht 100% Leistung abrufen zu können. Wer schlau ist und die Signale des Körpers respektiert, der reduziert seine Trainingsanforderung oder begibt sich anderweitig auf Spurensuche.

So habe ich das auch getan, als urplötzlich, um den 20. März herum etwas Seltsames geschah. Auf Teneriffa, während eines Trainingscamps, wachte ich – gestern noch mit einem Koppellauf nach 60 Kilometer Radfahren in wirklich lockerem 4.15er-Tempo extrem zufrieden und leistungsfähig – am Morgen auf und war erschrocken, wie schlapp und müde ich mich fühlte. Das behutsam aufgebaute Trainingspensum konnte nicht schuld gewesen sein. Dazu kenne ich meine persönlichen Parameter nach 40 Jahren Leistungssport zu gut. Das hier, das war anders.

Und: es wurde auch nicht besser. Selbst die Herabsetzung von Umfang und Intensität halfen nicht. Ganz im Gegenteil. Die kommenden Camps wurden zu einer echten und sehr ungewohnten Energieleistung. Doch mit dem Wissen, kurz vor einer zweiwöchigen “Arbeitspause” zu stehen, nahm ich es einfach als Gesamtüberforderung an. Die Leidenschaft für das, was ich beruflich machen darf, überlagert vieles. Doch mit dem Tag der großen Pause passierte exakt das Gegenteil von dem, was ich erwartete. Es wurde alles noch viel, viel schlimmer.

Wie von einer Dampfwalze überrollt.

5 Tage habe ich mehr oder weniger durchgehend im Bett verbracht. Hinzu gesellte sich eine heftige bakterielle Infektion im Mund- und Halsbereich, die nicht nur das Schlucken, sondern auch das Essen & Trinken und Schlafen unmöglich machte. Die Situation eskalierte dann derart, dass nur noch medizinische Hilfe eine Lösung bieten konnte. Meine Energie war auf dem Nullpunkt – gefühlt sogar darunter.

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Monatelanger Leidensweg

Und siehe da: neben dem Infekt – der das Dilemma schließlich offenbarte – gab es auch eine Grundlage für die schon lange andauernde Müdigkeit und Einschränkung der Leistungsfähigkeit, das angeschlagene Immunsystem und letztlich auch den Kollaps. Der durchgeführte Blut-Test zeigte ein eindeutiges Ergebnis. Der Epstein-Barr-Virus, in Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers hatte sich in meinem Körper ausgebreitet. Der Super-GAU, ganz besonders für Sportler. Denn mit dieser Krankheit verbunden sind ganz häufig Leidenswege, die sich über viele Monate hinweg ziehen können. Mit der ganz großen Gefahr, zu früh wieder mit dem Sport zu beginnen!

Mach was draus! Für andere.

Nun – dann finde ihn der Situation einen positiven Aspekt. Deshalb nutze ich den Blog, um den weiteren Verlauf der Genesung hier zu schildern. Denn ich selber habe immer gehofft, von dieser Übertragungskrankheit verschont zu bleiben. In der genauen Kenntnis all der Probleme, die mit ihr einhergehen. Nicht wenige Sportlerkarrieren sind durch diese Krankheit auf ganz unauffällige und hinterhältige Weise für immer gestört gewesen und fanden ihr viel zu frühes Ende wegen dauerhafter Leistungseinbußen.

Ganz davon abgesehen, dass ich selber auf einem solch guten und erfreulichem Wege war, wieder in frühere Leistungsbereiche zurück zu kommen. Ein paar Tage zuvor hatte ich mich für die Deutschen Meisterschaften im Triathlon über die Olympische Distanz angemeldet. Mein kleines Comeback stand bevor. Makulatur. Bitter, wirklich bitter.

Ich werde weiter berichten, denn es könnte anderen Menschen – hier natürlich vor allem Sportlern – helfen, die richtige Dosis zu finden, um zügig aber voll kontrolliert in das leistungsorientierte Training einzusteigen. Oder es hilft dir vielleicht, weil du dich gerade in einer ähnlichen Situation befindest. Machen wir das Beste daraus.

Für mich heißt es nun aber erst einmal: 4 Wochen absolutes Sport-Verbot. Na dann viel Spaß!