Frequenz und Schwimmzüge

„Je weniger Züge du für eine Bahn benötigst, umso besser kannst du schwimmen!“ Immer wieder konfrontieren mich Camp-Teilnehmern mit diesen Trainer-Empfehlungen. Ich sage ihnen dann gerne etwas überspitzt, dass auch niemand versuchen würde, mit möglichst wenig Schritten einen Marathon zu laufen. Deshalb: Hör also bitte nicht kritiklos auf diese „Trainerempfehlung“!

Beim Schwimmen geht es nie darum, so wenig Züge wie möglich zu benötigen, sondern einen großen Zyklusweg pro Zeiteinheit zu erzielen. DAS ist der Ausdruck von Effektivität und letztlich auch technischer Qualität. Es nutzt wenig, wenn ich nur 20 Züge aber dafür 60 Sekunden für eine 50m-Strecke benötige. Dann hat ein Zug nämlich eine Dauer von 3 Sekunden. Es entsteht eine Pseudo-Gleitphase! Alles andere aber keine runde, ökonomische Bewegung mit einem hohen Wirkungsgrad.

Bei einer hohen technischen Qualität und einem großen Streckengewinn pro Zug- und Zeiteinheit ist dann nämlich vor allem eine Variable entscheidend: die Frequenz. Genauso wie man beim Radfahren (Trittfrequenz) und Laufen (Schrittfrequenz) Empfehlungen ausspricht, ist die Frage der Bewegungsgeschwindigkeit auch im Schwimmen (Zugfrequenz) sehr entscheidend. Natürlich – handelt es sich doch auch um eine zyklische Sportart!

Im Schwimmen berechnet man die Zugfrequenz immer als Zyklusfrequenz. Diese beinhaltet einen kompletten Bewegungszyklus (linker Arm und rechter Arm). Im Langstreckenbereich liegen die Frequenzen bei ca. 35-40  Zyklen / Minuten (Grant Hackett ca. 38Zyklen/Min). Auch als schwimmerisch nicht perfekter Triathlet sollte die Frequenz nicht unter den Wert von 30 Zyklen/Minute (= 60 Züge pro Minute) fallen. Dann leidet die Bewegungsökonomie und die Pause zwischen den antriebswirksamen Bewegungsanteilen wird einfach zu groß. Die Geschwindigkeit fällt dann zwischen den Zügen zu stark ab.

Also gilt auch für das Schwimmen eine möglichst gleichmäßige Antriebsleistung zu erzielen. Nur so kommt man gut voran. Und jetzt rein in´s Wasser!

4 Gedanken zu „Frequenz und Schwimmzüge

  • 27. April 2011 um 9:55
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    … darum ging es bei uns im Lehrgang gestern abend auch!

    Antwort
  • 27. April 2011 um 12:42
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    Hallo Holger,
    da sprichst du wahre Worte. Da ich ja aus dem Rettungsschwimmsport komme kann ich dem nur zustimmend beipflichten. Meine Erfahrung hat mir genau das von dir geschriebene gezeigt.

    Gruß
    Lars

    Antwort
    • 27. April 2011 um 13:22
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      Danke,Lars. Und da liegt noch eine Menge Potenzial brach.

      Antwort

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