Rodgau Triathlon: Gehpausen

Okay, die Fakten sprachen gegen mich: 70.3 in den Knochen, 3 Tage Krankheit im Anschluß und 2kg Gewichtsverlust. Als unverbesserlicher Optimist kann man sich im Kopf ja Vieles schön reden – im Sport wird der Hang zum irrealen Denken dann gerne einmal physisch widerlegt. Und was das heißt, habe ich beim Rodgau Triathlon erfahren.

No Risk, no fun. Getreu diesem Motto ging ich das Schwimmen so an, als sei ich ausgeruht. Mit 2 Minuten Vorsprung verließ ich das Wasser und schwang mich auf´s Rad. Und schon war ich zurück im realen Leben eines doch nicht so fitten Triathleten. Als wenn der letzte Gang nicht einzulegen wäre, rollte ich da so vor mich hin und begann schon sehr bald auch Probleme mit der Aufnahme von Flüssigkeiten zu bekommen. Das Magenmilieu war wohl noch nicht auf hochkonzenrierte Nahrung eingestellt. Nun denn – mit einem 40er-Schnitt, so dachte ich, könne man ja immer noch leben.

Bei mittlerweile über 30 Grad ging es ab auf die Laufstrecke. Ich weiß nicht weshalb, aber ich dachte immer noch, das Blatt könne sich zum Besseren wenden. Bei Km 2 wurde ich dann endgültig eines besseren belehrt als mir sprichwörtlich der Stecker gezogen wurde. Game over! Gehpausen bei jeder Verpflegungsstelle, Wasser über den Kopf. Das System kochte über. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem solchen Zustand gelaufen zu sein. Nach grandiosen 48 Minuten für den letzten Abschnitt, schleppte ich mich sogar noch auf Platz 1 in der Altersklasse und Rang 6 im Gesamtfeld. Na gut – immerhin.

Aber was sind schon Platzierungen? Am Ende möchte man gerne ein bißchen Spaß am Wettkampf, am fairen Duell mit den anderen Athleten und schließlich auch an den eigenen, durch Training erworbenen Fähigkeiten haben. Der Spaß stellte sich am Abend angesichts eines Dönertellers schnell wieder ein: “Welche lehrreichen Überraschungen der Sport doch parat hat. Aber immer noch besser so, als es nicht versucht zu haben.” Auch ein der Erlebnis der ungewohnten Art! Jetzt richtet sich der Blick aber erst einmal nach Budapest, wo in drei Wochen die Weltmeisterschaften über die Olympische Distanz stattfinden.

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