Leserfrage: Muss ich den 3er-Zug beherrschen?

Leserfrage:

Als Schwimm-Seiteneinsteiger lese ich immer wieder vom 3er-Atemzug (also auf jeden dritten Kraul-Zug zu atmen und dabei die Seite zu wechseln). Ich tue mich damit sehr schwer. Muss ich den 3er-Zug denn tatsächlich beherrschen?

Antwort:

Der Dreierzug gilt allgemein hin als eine Empfehlung, die Schwimmtechnik gleichmäßig zu halten und dem einseitigen Abfallen der Schulter beim Atemvorgang vorzubeugen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, diese Technik zu beherrschen. Zudem hat man die Möglichkeit, bei Wettkämpfen im offenen Gewässer bei Wellengang, Sonneneinstrahlung oder ähnlichen Widrigkeiten auf die gegenüber liegende Atemseite auszuweichen.

Grundsätzlich besteht beim Schwimmen mit Dreierzug im Wettkampf aber die akute Gefahr, nicht ausreichend genug Sauerstoff einzuatmen. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften über die 1.500 Meter Freistil gab es in der letzten Dekade nur einen einzigen Schwimmer, der einen Dreierzug schwamm. Und genau dieser Schwimmer stellte seine Atmung nach der Hälfte auf einen Zweierzug um. Alle anderen Schwimmer setzten von Beginn an sofort den Zweierzug ein. Damit wird klar, wo auch in Ihrem Fall das Kernproblem liegt: die Intensitäten sind im Wettkampf zu hoch, um mit einem Dreierzug zu schwimmen. Das trifft natürlich auch auf intensive Trainingsinhalte zu. Sie können den Sauerstoffbedarf dann nicht decken!

Ein Tipp: versuchen Sie, in einem Triathlonwettkampf in der Abfolge zwei oder drei Zweierzüge nacheinander zu schwimmen, um dann mittels eines einzigen Dreierzuges auf die andere Atemseite zu wechseln. Dort atmen Sie wieder über mehrere Zweierzüge ein. Mit Hilfe dieses Wechsels atmen Sie ausreichend häufig ein, sichern zugleich einen ausgewogenen Rhythmus und stabilisieren Ihre Schwimmtechnik. Mehr als ein guter Kompromiss also!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.