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Respekt, Britta Steffen

Foto: Tenerife Top Training Denke ich an London 2012, denke ich an manches Interview mit enttäuschten deutschen Schwimmern am Beckenrand des Aquatic Centers. Nach all der Kritik von Presse und Fans an den Leistungen der deutschen Schwimmer hätte ich fast darauf gewettet, dass wir Britta Steffen nie wieder auf dem Startblock eines internationalen Wettkampfs sehen. Eine klassische Fehleinschätzung, die Britta Steffen für mich zu einer echten Ausnahmeerscheinung im deutschen Schwimmsport macht.

Denn nun steht sie auf dem Podium der winterlichen Weltcup-Saison mit 8 Siegen in Folge an allen Standorten dieser weltweiten Mammutserie. Auch wenn der Weltcup längst nicht dem Gradmesser einer Sommersaison entspricht, signalisiert die Olympiasiegerin doch eindrucksvoll: das lasse ich mir nicht gefallen! Und meint damit die Schmährufe des Sommers.

Mich beeindruckt das zutiefst. Denn wer als Sportler eigentlich mit gutem Gewissen, weil mit allen Erfolgen dekoriert, die der Sport bieten kann, abtreten könnte und dennoch noch einmal voll in das Geschehen eingreift, hat Respekt verdient. Und wer Britta Steffen gerne als verschlossen oder unnahbar beurteilt, der ist gut beraten, sich in die Position einer Sportlerin zu versetzen, die dank ihrer Leidenschaft für den Sport noch einmal neue Wege beschreitet und damit voll in´s persönliche Risiko geht.

Ich sage dazu nur: Chapeau, Hut ab vor dieser energischen mentalen Leistung! Denn genau wegen dieser Charaktereigenschaften ist die Einzelkämpferin Britta Steffen mit Goldmedaillen von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen nach Hause gekommen. In einer Zeit, als der deutsche Schwimmsport schon längst da stand, wo er sich in London 2012 präsentiert hat.

Respekt, Britta Steffen! Das ist inspirierend – nicht nur für Sportler.

(Foto: Tenerife Top Training – T3)

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