Swim 44: Mythen des Schwimmsports

Lagerfeuergeschichten und Weisheiten

In jeder Sportart gibt es überlieferte Erkenntnisse. Sie sind genauso wichtig wie die guten alten Lagerfeuergeschichten unserer Vorfahren. Denn schließlich wird auf diese Weise auch Wissen in die folgenden Generationen transportiert und dort weiterentwickelt … und mitunter auch einem Wahrheitstest unterzogen. So oder so, es macht immer Spaß, diese Beckenrandgeschichten in Erinnerung zu rufen. Das habe ich in meinem Artikel für die Swim 44 getan.

Hier eine Leseprobe des Artikels “Mythen des Schwimmsports” ab Seite 44 im Printmagazin.

Fachsimpeln und Erfahrungen austauschen. Das Gespräch unter Gleichgesinnten bringt immer wieder interessante Weisheiten hervor. Dürfen wir ein wenig mitreden?

Von Holger Lüning

Sind Sie eher in der griechischen Mythologie zuhause oder in einem spannenden Western? Eigentlich spielt weder Zeit noch Genre eine Rolle, denn die Inhalte der Kommunikation sind immer noch ähnlich. Ob es nun die Mythen oder die guten alten Lagerfeuergeschichten sind – immer handelt es sich um Überlieferungen, Geschichten und Erfahrungen, die gerne einen Anspruch auf die Geltung der von ihnen behaupteten Wahrheit erheben. Das trifft auf Lebensweisheiten ebenso zu wie den ein oder anderen „Schwimm-Mythos“. Und weil es davon eine ganze Menge gibt, haben wir zehn Stück davon eingesammelt.

  1. Der Dreierzug ist die beste Wahl

Das Atmen auf jeden dritten Kraularmzug wird seit Generationen empfohlen. Durch das Atmen auf beide Seiten soll die Stabilität der Wasserlage gesichert werden und möglichen Dysbalancen Vorschub geleistet werden. Haben Sie sich auch schon durch die unterschiedlichen Übungsreihen gekämpft? Dann haben Sie vielleicht gemerkt, dass es eigentlich immer eine bessere Atemseite gibt und wahrscheinlich auch weiterhin geben wird. Die wichtigste Frage bleibt bis dahin aber unbeantwortet: was bringt der Dreierzug? Tatsächlich bringt der Dreierzug eine gewisse Gleichmäßigkeit in die Bewegung, ein ganz großes “aber“ bleibt jedoch bestehen. So ist die Atempause zwischen drei Kraularmzügen für eine hohe Leistungsabgabe zu lang. Schwimmen Sie beispielsweise eine harte Intervallserie im Training im Dreierzug, so dürfen Sie davon ausgehen, dass Sie Ihr Tempovermögen nicht zu 100% ausgereizt haben. Gleiches gilt natürlich für den Wettkampf. Sieht man von der Sondersituation über 50 Meter ab, so sehen Sie bei den Topsportlern von 100 bis 1.500 Meter ausnahmslos den Zweierzug, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Die hohe Intensität erfordert häufige Atemvorgänge. Nur der Zweierzug kann diese Forderung erfüllen.

…. und weiter geht es im Printmagazin Swim 44.