Ohne Schwimm-Analyse geht es nicht: Praxis-Beispiel

Von einem Schwimmcamp-Teilnehmer wurde ich mit der folgenden Frage konfrontiert:

„Wie kann es sein, dass ich als Rechtshänder bei einem 1-armigen Schwimmen über 25 Meter im Regelfall 2-4 Züge mehr benötige als mit dem linken, wahrscheinlich schwächeren, Arm?“

In der Theorie kann man viel spekulieren. Die Wahrheit kommt einfach nur dann ans Licht, wenn man sich die Bewegungen einmal genauer ansieht. Und da im Schwimmen die vortriebsrelevanten Aktionen unter der Wasseroberfläche stattfinden, geht es nicht ohne Videoanalyse.

Es sollte deshalb auch zum Standard bei Trainern gehören, die Sportler regelmäßig einer Unterwasser-Analyse zu unterziehen. Schließlich ist das gesamte Konstrukt aus Wasserlage – Koordination – Vortrieb – Frequenz – etc. stets einem Prozess unterworfen. Ändern sich Parameter, wie z.B. die Kraft, so ändert sich der Vortrieb und damit auch die Wasserlage und die Zugfrequenz. 

Im vorliegenden Fall erkennt man sehr deutlich, wo der Ursprung der Problematik liegt. Wegen der starken Seitenlage gelangt der Schwimmer in die Situation, eine gute Wasserlage einzubüßen. Die Konsequenz ist der Abdruck des rechten Arms nach unten, um das Absinken zu verhindern. Dies ist u.a. ein gewichtiges Argument gegen die Rotation im Beckenbereich.

Mit dem linken Arm ist die Notwendigkeit nicht gegeben und die Druckrichtung ist deutlich besser, auch wenn sicher noch nicht optimal, platziert. Erst wenn diese Analyse vorgenommen wurde und der Sportler selbst die Bewegung für sich selber neu synchronisiert, kann der der nächste Schritt im Techniktraining erfolgen. 

Und hier ein Video zum 1-Arm-Test:

 


 

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