swim 25: Artikel über das Intervalltraining

Für die aktuelle swim 25 habe ich einen Gastbeitrag zum Thema „Intervalltraining“ geschrieben. Das Heft ist jetzt am Kiosk – hier ein Textauszug. Viel Spaß beim Lesen und Trainieren!

Textauszug (Anfang) …

Es war 1952, dem Austragungsjahr der Olympischen Spiele in Helsinki, als in der Trainingsmethodik des Sports ein neues Kapitel aufgeschlagen wurde. Doch nicht nur das. Ein damals 30-jähriger Schuhmacher aus dem tschechischen Kopnvice schaffte etwas, was einer Sensation gleich kam. Er gewann bei den Leichtathletik-Wettbewerben die Goldmedaille über die 5.000-Meter-, die 10.000-Meter- und erstaunlicherweise sogar die Marathonstrecke von 42.195 Kilometer Länge. Unmenschlich oder das Geheimnis einer andersartigen Trainingsmethode?

Die Rede ist von Emil Zatopek, der wegen seiner sehr eigenwilligen und charakteristischen Lauftechnik auch „die tschechische Lokomotive“ genannt wurde. Zweifellos war Zatopek ein begnadetes Lauf-Talent. Doch wer im Spitzensport ganz oben ankommen möchte, der gelangt zwangsläufig an einen Punkt, wo das Talent allein nicht mehr hilft. Der Tscheche hatte nach anfänglichen Erfolgen auch Bekanntschaft mit diesem Moment gemacht und sich die entscheidende Frage gestellt: „So geht es offenbar nicht mehr schneller. Muss ich etwas Grundlegendes in meinem Training ändern?“ Er beantwortete sich die Frage mit einem bis dato völlig neuen Trainingsansatz.

Trainierte man in dieser Zeit vor allem die Gesamtstrecken in der exakten Wettkampflänge, um dann zu hoffen, am entscheidenden Tage und mit ausreichender Erholung noch schneller als im Training sein zu können, schlug Zatopek einen neuen Weg ein. Hintergrund war eine Idee, die recht simpel klingt, für ihn damals aber auch ein Risiko darstellte. Denn: niemand hatte bislang nach diesem Muster trainiert.

Die Grundidee ist schnell erläutert. Statt die Gesamtstrecke von 5.000 Metern im Training zu laufen, überlegte sich der Läufer, diese Strecke einfach in zehn Teile à 500 Meter zu unterteilen und zwischen den Teilstrecken jeweils eine Pause einzulegen, um sich zu erholen. Das Ziel war es, jeden klar 500er schneller zu laufen als die angepeilte Durchschnittszeit, mit dem Gedanken, ja am Ende auch 5.000 Meter gelaufen zu sein – nur eben in der Addition der Einzelzeiten viel schneller! Es war die Geburtsstunde des Intervalltrainings.

….. (Textauszug Ende)

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