Test: Garmin Forerunner 935

Für vier Wochen hatte ich die Gelegenheit, den nagelneuen Garmin Forerunner 935 testen zu dürfen. Als Nutzer des Garmin 920XT fiel mir die Umgewöhnung naturgemäß nicht schwer. Tastenbelegung und Menüführung sind nahezu unverändert. Ganz nach meinem Geschmack. Los geht´s!

Und gleich zu Beginn an alle Technik-Freaks, die gerne jede einzelne Funktion getestet haben möchten: ein wirklicher Test im Sinne eines peniblen Durchtestens jeder Funktion ist das nicht. Ich möchte es deshalb eher einen Erfahrungsbericht nennen. Eben so, wie man das macht, wenn man das Gerät auspackt und eigentlich sofort losrennen möchte.

Die technischen Details finden sich auf der Garmin-Produktseite: KLICK HIER.

Eins fällt mir sofort positiv auf: die Uhr sieht wirklich gut aus, liegt flach auf dem Unterarm und hat, gegenüber der sehr sportiven 920XT, auch das Potenzial, im Alltag und im Büro getragen zu werden. Nämlich, ohne dass man sich sofort als Ausdauersportler „outet“. Eine GPS-/Sport-Uhr also, die man immer tragen kann.

Die Akku-Laufzeiten von über 2 Wochen im Normalmodus kann ich ebenso bestätigen wie die übrigen Laufzeiten, die Garmin auf der Produktseite angibt. Pluspunkt: damit kann man auch mal ein verlängertes Wochenende ohne Ladekabel, jedoch bei voller Leistungsbeanspruchung, überbrücken.

Aus meiner Sicht ist das absolut stärkste Feature die individuelle Lauf-Stil-Analyse. Hier hat der Sportler die einzigartige Möglichkeit, persönliche Daten wie Schrittfrequenz, Schrittlänge, Bodenkontaktzeit, Balance der Bodenkontaktzeit, vertikale Bewegung und vertikales Verhältnis zu ermitteln und zu analysieren. Bei weitem sind das keine überflüssigen Funktionen gelangweilter Programmierer, die einfach ein paar zusätzliche Algorithmen programmiert haben. Vielmehr geben diese Daten einen echten Einblick in Potenziale und erfüllen damit einen bedeutenden Mehrwert. Für mich wäre allein das den Kauf dieser Uhr wert. Ein wahrer Leckerbissen für jeden Sportwissenschaftler, Trainer und Sportler.

Ebenso wird das Schwimm-Training zuverlässig aufgezeichnet. Zwar ist die Datenmenge und deren Zuverlässigkeit, wie bei jedem anderen Hersteller in diesem Bereich übrigens auch, noch nicht auf dem Level der Lauf-Analyse angelangt. Hilfreich dennoch für die Analyse des Trainings und in Teilen auch der Schwimmtechnik.

Weitere Wettkampf- und Umschalt-Optionen runden das komplette Bild ab. Mehr Uhr braucht der Ausdauersportler (Schwimm-/Rad-/Laufsportler) eigentlich nicht. Hier setzt Garmin aus meiner Sicht die unangefochtene Benchmark.

Andere Parameter wie die Messung der VO2max-Werte, Laufprognose u.a. sind natürlich ebenfalls sehr hilfreich. Auch für erfahrene Sportler sicherlich eine interessante und nützliche Zusatz-Information zum Training, der individuellen Belastungsplanung  sowie der Leistungsentwicklung. Dazu gesellen sich sich Angaben zur Herzfrequenz-Variabilität, dem Stress-Level durch die Trainingsbelastung, Fitnesstracker und ein Erholungsratgeber. Alles in allem ein leistungsfähiger Personal Coach am Handgelenk.

Apropos Handgelenk: sehr interessant fand ich die HF-Messung mittels Sensoren am Unterarm/Handgelenk. Das funktionierte, entgegen meiner durchaus kritischen Prognose, sowohl im Stand wie auch in der Bewegung sehr präzise.

Die Garmin Forerunner 935 ist ein elektronischer Trainingsbegleiter, wie man ihn sich wünscht. Ich freue mich seit Jahren über die Systemintegration bei Garmin Connect (der Online-/Auswertungsplattform), egal welches Gerät ich gerade verwende. Ob Vector Pedale oder die Swim Uhr. Alles wird sofort erkannt. Genau das, was ich als Sportler benötige, der eben nicht stundenlang in der Bedienungsanleitung blättern möchte. Mein persönlicher User-Ansatz ist eher einfach und bequem: anlegen und loslegen. Und das funktioniert!

Für mich steht nach den vier Wochen vor allem eine Frage im Raum: benötige ich die neue 935, um sie gegen meine 920 zu tauschen? Vielleicht nicht unbedingt und nicht ganz dringend – aber wenn ich meine gebrauchte 920er gut verkaufen könnte … dann wohl schon. Warum? Weil´s eben Spaß macht.

 Ach ja – und noch der Preis: 549,99 Euro EVK

Das Produktvideo von Garmin:

 

Ein Gedanke zu „Test: Garmin Forerunner 935

  • 11. Mai 2017 um 15:30
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    Super, vielen Dank Holger. Für potentielle Ex-920er eine gute Info. Schwere Entscheidung trotzdem 🙂

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