Ungewöhnliche Dinge im Training

Ich bin der festen Überzeugung, dass Überraschungen im Training ganz wichtig sind. Das habe ich schon in meiner jungen Trainerzeit so gehandhabt und auch bei der Planung des eigenen Trainings habe ich immer wieder die belebende Wirkung des Überraschungsmomentes kennengelernt. Ich glaube fest an die Instrumente der Motivation. Und dies ist eines davon!

Manchmal sind es Eingebungen, manchmal kann man sich auch bei den Profi-Sportlern die „Killer-Serien“ abschauen, von denen man nicht so genau weiß, ob man sie überhaupt schafft. Einen Versuch ist es mindestens wert. Es gibt demnach zwei Kriterien der Ungewöhnlichkeit im Training: 

a) Dinge, von denen man nicht weiß, ob man sie schaffen kann

b) Dinge, die einen echten Überraschungsmoment darstellen

Und ganz wichtig: diese Maßnahmen müssen keinen offensichtlichen Sinn ergeben oder einer strengen Strategie folgen!

Viel zu oft verharren wir in dem engen Korsett der Trainingsplanung, geraten in Routine und vergessen dabei den wichtigsten Leistungsträger, nämlich den im Kopf. Und auch dieser Leistungsträger erwartet ab und an etwas Abwechslung. Und weil ich so oft davon spreche und diese Überlegungen auch in unsere Camp-Planung immer wieder mit einbeziehe, muss ich selber natürlich mit gutem Beispiel voran gehen.

So geschehen vor ein paar Tagen. Da fragte ich mich, angesichts des Stundentests in unserem Schwimm-Camp auf Teneriffa, ob ich noch in der Lage sei, eine ganze Stunden lang Delphin zu schwimmen und dabei mindestens 3.000 Meter zurücklegen zu können. Ich war mir alles andere als sicher. Also genau die richtige Zutat für einen Überraschungsmoment.

Dabei kam folgende Idee heraus, von der ich zunächst nicht wußte, ob es eine Gute ist. Zwar bin ich schon früher sehr viel Delphin im Training geschwommen und auch eine 8x200m-Serie war immer mal wieder dabei. Aber das war dann selbst nach über 30 Trainingsjahren etwas komplett Neues!

120 x 25 Meter mit Abgang alle 30 Sekunden (macht in der Summe 60 Minuten)

= 1.200 Züge Delphin und exakt 3.000 Meter

Und siehe da: geschafft und ein klein wenig stolz (und mächtig müde)! Wieder ein kleines Erlebnis und die Gewissheit, es geht doch immer etwas mehr … wenn man sich nur fordert und herausfordert. Genau solche Momente erhalten uns die Freude und die Spannung am Training. Und das ist mitunter viel wichtiger als die Aufzeichnung von Watt- und Herzfrequenzwerten oder das sture Festhalten an Trainingsprinzipien!

Suche deine Herausforderung und nimm sie an!

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