Renneinteilung: Olympische Distanz

Tipps zur optimalen Renneinteilung über die Olympische Distanz oder Kurzdistanz:

Viele taktische Empfehlungen, die Sie zur Sprintdistanz gelesen haben, besitzen auch für die Olympische Distanz Gültigkeit. Auch wenn die Belastungszeit um das Zweifache steigt, gilt der richtigen, individuellen Belastungsdosierung das volle Augenmaß. Denn was man auf der Volksdistanz noch mit Kampfgeist ausgleichen kann, wird auf der Kurzdistanz schnell zu einem Krampf.

Sind Sie schon einmal 1500 Meter in einem Schwimmwettkampf geschwommen? Wahrscheinlich nicht. Sehr häufig werden Sie aber die ersten 200 Meter in einem Triathlonwettkampf mit einer deutlich höheren Intensität schwimmen als Sie das bei einem reinen Schwimmwettkampf tun würden. Der Herdentrieb ist verantwortlich dafür, dass zu Beginn des Wettkampfes sehr intensive anaerobe Leistungen erbracht werden. Entweder entziehen Sie sich diesem Zwang ganz bewusst, in dem Sie sich voll auf sich konzentrieren. Oder aber, Sie trainieren den schnellen Schwimmstart ausreichend im Vorfeld, um dieser Situation gewappnet zu sein. Aber denken Sie daran: die ersten Minuten können durchaus entscheidend dafür sein, ob Sie sich im Verlaufe des Rennens kurzfristig noch erholen können oder Sie ständig an der schmalen Schwelle der Leistungsfähigkeit arbeiten.

Sitzen Sie nun endlich auf dem Rad, atmen Sie erst einmal tief durch. Ihre Herzfrequenz wird durch die Änderung der Position, von der waagrechten Schwerelosigkeit auf das Rad, in recht hohe Bereiche katapultiert. Lassen Sie sich einige Kilometer Zeit, um Ihren Herzschlag auf ein gut verträgliches Belastungslevel sinken zu lassen.

Unterstützen Sie das Einpendeln des Stoffwechsels durch die flüssige Zufuhr von Energie. Mit kleinen Schlücken gewöhnen Sie Ihren Magen an die zu erwartende Verarbeitungstätigkeit der kohlehydratreichen Ernährung. Erst wenn sich die Herzfrequenz stabilisiert hat, sollten Sie die Nahrungsaufnahme mit Energiegels oder kleinen Riegelhäppchen beginnen.

Die Laufdisziplin verlangt die größte koordinative Umstellung. Aus der fixierten Radposition heraus müssen Sie an diesem Tag erstmalig Ihr eigenes Körpergewicht tragen! Je nach Erfahrung und Leistungsfähigkeit, sollten Sie deshalb schon auf den letzten Radkilometern die Intensität drosseln. Erfahrene Athleten erhöhen auf den letzten Kilometern leicht die Trittfrequenz bei gleichzeitiger Drosselung des Krafteinsatzes. Damit versuchen Sie einerseits die Durchblutung in der Beinmuskulatur zu unterstützen und gleichzeitig die höhere Bewegungsfrequenz des Laufens einzuläuten. Beginnen Sie zum Ende des Radfahrens den Verlauf des Wechsels im Kopf durchzuspielen.

Wenn Sie sich die Wechselzone bei der morgendlichen Besichtigung gut eingeprägt haben, verläuft dieser Part sehr viel entspannter. Je nach Ambition können Sie die Wechselzone nutzen, um Ihre Konkurrenz mit einem schnellen Wechsel und einem fulminanten Anlaufen taktisch zu überraschen. Geht es Ihnen aber vielmehr um Ihre persönliche Leistung, bleiben Sie in der Wechselzone gelassen und achten Sie besonders darauf, dass Ihre Schuhe gut sitzen. Verrutsche Innensohlen oder geknickte Schuhklappen (ist der Begriff richtig??) können auf der Laufstrecke enorm nervend sein und den Laufrhythmus immer wieder stören. Seien Sie also sorgsam.

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