Schnell schwimmen

Wer schon einmal ein Schwimmseminar oder ein Schwimm-Camp bei mir gebucht hat, der wird wissen, dass es eine Sache gibt, dich mich regelmäßig auf die Palme bringt. In dem Fall geht es fast immer um das Thema der Wasserlage, manchmal aber auch um das Thema Front-Quadrant-Schwimmen.

Was beide Dinge mit einander verbindet ist die Tatsache, dass sie im Triathlonschwimmen nichts verloren haben. Besonders die völlig fehl geleitete Diskussion der aktiven Rotation bringt derart viele Probleme mit sich. Die Empfehlung kann eigentlich nur von Menschen kommen, die keine Erfahrung im Schwimmsport haben. Ich weiss, das klingt polemisch. Nach sicherlich über 1.000 Schwimmanalysen kann ich das aber guten Gewissens einfach mal so sagen. Und vor allem tun mir die Sportler leid, die auf einen falschen Weg geleitet werden und viel Zeit verlieren.

Ebenso falsch liegen „Triathlonschwimmer“ mit der Technik des Front-Quadrant-Schwimmens. Auch dafür gibt es unzählige Beispiele – eines davon ist ein prominenter deutscher Langdistanz-Triathlet, dem es bis heute nicht gelungen ist, seine Beckenzeiten in das Freiwasser zu transferieren. Mit einem erfahrenen Auge erkennt recht schnell, woran das liegt. Deshalb freute ich mich, als ich gestern Ian Thorpe im T3-Kanal bewundern durfte. Schwimmen in Perfektion. So sieht´s aus!

10 Gedanken zu „Schnell schwimmen

  • 12. Februar 2012 um 22:07
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    Hallo Holger,
    warum bringt dich das Thema Wasserlage auf die Palme bzw. wieso hat das Thema für Triathleten nicht die große Bedeutung?
    VG
    Matthias

    Antwort
    • 12. Februar 2012 um 22:29
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      Hallo Matthias, mich bringt das Thema tatsächlich auf die Palme. Vor allem, weil immer wieder die falschen Empfehlungen ausgesprochen werden. Und diese Empfehlungen machen einen weiteren Fortschritt für die Sportler fast nicht mehr möglich. Es ist dann einfach schade um die Trainingszeit und das ärgert mich! VG Holger

      Antwort
  • 13. Februar 2012 um 13:04
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    Hallo Holger,

    warum eignet sich das Front-Quadrant-Schwimmen Deiner Meinung nicht für Triathleten? Wir hatten das Thema sowie Total Immersion just vor kurzem im Training.:-)

    Danke für ein kurzes Feedback,
    Doris

    Antwort
    • 14. Februar 2012 um 11:44
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      Hallo Doris, weil für das schnelle FQ-Schwimmen eine hohe Geschwindigkeit und eine effektive Beinarbeit notwendig ist. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, endet das Schwimmen in einem viel zu langsamen Bewegungsablauf mit einem sehr ungleichmäßigen intrazyklischen Geschwindigkeitsverlauf. Das strengt an, ist nicht ökonomisch und am Ende auch nicht schnell. Deshalb schwimmen selbst in der Weltklasse nur sehr wenige Schwimmer mit dieser Technik. Und die trainieren dafür gute 100km pro Woche! VG Holger

      Antwort
  • 13. Februar 2012 um 19:46
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    Was ist denn z.B. ne falsche Empfehlung? Sry dass ich da nachhake aber versteh das nicht so ganz.

    Antwort
    • 14. Februar 2012 um 11:41
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      Das aktive Rotieren im Beckenbereich z.B. ist eine falsche Empfehlung.

      Antwort
  • 14. Februar 2012 um 13:19
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    Hallo Holger,

    Ja, das leuchtet mir ein! Danke für das Feedback und Deine interessanten Beiträge. VG Doris

    Antwort
  • 25. Juli 2017 um 21:20
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    Hallo Holger,
    heißt dies, dass du stattdessen den Wechselschlag für lange Distanzen empfehlen würdest oder welche Kraultechnik wäre deiner Meinung nach am ökonomischsten?

    Danke Ralf

    Antwort
    • 26. Juli 2017 um 9:12
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      Hallo Ralf,
      vielen Dank für deinen Kommentar. ich sehe gerade, dass der Artikel aus dem Jahr 2012 stammt. Heute würde ich dazu auf jeden Fall eine Erklärung geben.
      Im Falle des Frontquadrant-Schwimmens ist es z.B. so, dass man für die effektive Umsetzung dieser Technik eine außergewöhnlich gute Beinarbeit benötigt. Die wenigen Weltklasseschwimmer mit dieser Technik sind allesamt in der Lage, die 100m Beinarbeit um die 60 Sekunden herum zu schwimmen. Da diese Technik sehr kraftaufwendig ist, sieht man sie im Frauen-Schwimmsport auch nicht!
      Ökonomisches Schwimmen bedeutet, wie beim Laufen oder Radfahren auch, ein gleichmäßiges Tempo zu erzeugen. Das schafft man nur, wenn man kein „Beschleunigungsloch“ durch zu lange Gleitphasen entstehen läßt. Eine wirklich pauschale Empfehlung ist es, mindestens 60 Züge pro Minute einzusetzen, um gleichmäßig zu schwimmen.
      Ich habe zu dem Thema einen 3-teiligen Clip erstellt. Schau doch hier mal rein (Teil 1 und folgende):
      https://www.youtube.com/watch?v=uL2Pv3mznRg
      https://www.youtube.com/watch?v=moBb4E8CjvY
      https://www.youtube.com/watch?v=uOHx6sE_6iY
      Ich denke, damit wird deutlich was ich meine. Vor allem geht es mir um die vielen Tipps von Fachleuten, die ihre eigenen Tipps im Wasser nicht überprüfen (können). Mitunter ist das fast Betrug am Sportler. Aber das ist wiederum ein anderes großes Thema im Sport.
      Ich hoffe, dir geholfen zu haben.
      Viele Grüße und viel Freude mit dem Sport
      Holger

      Antwort
  • 26. Juli 2017 um 21:00
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    Hallo,

    Vielen Dank für die Antwort , bringt mich schon mal im Dschungel der fehlen sich widersprechenden Empfehlungen auf dem “ Markt“ weiter.

    Danke. Ralf

    Antwort

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